Muss ich Windows aktivieren wenn ich es privat nutze?

Windows 10 ist das neuste Betriebssystem von Microsoft. Doch wie alle seine Vorgänger seit den Zeiten von Windows XP hat sich eine Sache nicht geändert. Windows muss aktiviert werden, damit ein Betrieb möglich ist. Doch tatsächlich ist es so, dass sich Windows ohne einen Lizenz-Key installieren lässt. Nun stellt sich also die Frage - vor allem für Privatanwender - ob eine Aktivierung überhaupt erforderlich ist, wenn keine geschäftlichen Aktivitäten damit durchgeführt werden?

Aktivierung ist Pflicht

Bis auf die Tatsache, dass die sich die Aktivierungscodes unterscheiden, müssen auch private Anwender grundsätzlich ihr Betriebssystem aktivieren lassen. Geschieht dies nicht binnen einer Frist von 30 Tagen, dann wird das System automatisch gesperrt. Dies betrifft dann nicht mehr nur spezielle Programme und Anwendungen, sondern der gesamte Zugriff auf alle Daten wird von Windows unterbunden. Dies betrifft auch private Daten und den Zugriff auf alle Festplatten. Wer sich an diesem Punkt also entscheidet, die Aktivierung nicht durchzuführen, hat nur die Möglichkeit die Festplatten auszubauen und die Daten zu sichern oder ein anderes Betriebssystem zu verwenden.

Windows 10 Lizenz zurücksetzen

Besonders bei Windows 10 zeigt sich dies sehr deutlich, denn hier erscheint gleich beim Anmeldebildschirm eine entsprechende Aufforderung, die sich nicht übergehen lässt. Der User hat also nur die Wahl einen Lizenz-Code einzugeben oder den Computer herunterzufahren. Im Laufe der Zeit haben sich Datenschützer über diese Methode beschwert, denn es muss zumindest der Zugriff auf die persönlichen Daten möglich sein, die Microsoft nichts angehen. Hier konterten die Anwälte des Konzerns mit der Ansicht, dass bei der Installation von Windows jedem Benutzer klar sein, dass er nach Ablauf der Frist eine Lizenz erwerben müsste. Bisher gibt es noch keine Klärung, ob dieses Vorgehen korrekt ist oder nicht.

Allerdings haben sich verschiedene legale Methoden entwickelt, die Sperre zumindest zeitweise zurückzunehmen, um wieder Zugriff auf den PC zu erhalten. Eine Möglichkeit besteht darin, die Bios-Zeit auf ein früheres Datum zu setzen, denn Windows orientiert sich an diesem Basis-Zeitgeber, um den Countdown für die Ablaufzeit zu messen. Allerdings funktioniert dies nur, wenn Windows so eingestellt ist, dass es seine Systemzeit nicht über einen Server bezieht. Ist dies der Fall, hat das Zurücksetzen der Bios-Zeit keine Wirkung.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, eine Recovery-Version von Windows zu laden, die zu einem früheren Zeitpunkt mit einer Drittanbietersoftware erstellt wurde. So ist das System zumindest nach dem erstmaligen Start wieder einsatzbereit, denn die Zeit gleicht sich für gewöhnlich erst nach einem Neustart ab. Allerdings ist diese Methode nur dafür gedacht, schnell die Daten zu sichern. Sobald der Computer abgeschaltet oder neu gebootet wird, steht der User wieder vor dem gleichen Problem.

Letztlich kann über ein separates Linux-System, welches von einem Stick gebootet werden kann, noch die Datumsangabe in der Registry von Windows selbst verändert werden. Da der Hersteller den Zugriff auf die Registry explizit erlaubt, handelt es sich hierbei auch nicht um einen illegalen Eingriff. Allerdings funktioniert auch diese Methode nur solange, wie kein Update eingespielt wird. Dieses stellen die korrekten Schlüssel immer wieder her, sodass der Vorgang von neuen begonnen werden muss.

Aktivierung speichern

Wer sein Windows 10 Professional einmal aktiviert hat - dies unumgänglich - sollte die Aktivierung sichern. Hierzu gibt es spezielle Tools im Netz, die dann bei einer Neuinstallation verhindern, dass eine weitere Aktivierung durchgeführt werden muss. Es werden einfach die alten Daten aus dem Programm geladen. Doch eine Möglichkeit für Privatkunden gibt es doch, eine nicht gewünschte Aktivierung zu umgehen.

Wer seinen Computer nur offline benutzt und niemals eine Verbindung zum Internet herstellt, muss Windows theoretisch telefonisch aktiveren. Hier taucht dann aber nur der Hinweis auf, dass eine Aktivierung erforderlich ist, um alle Features von Windows nutzen zu können. Im Prinzip kann das System dann auch ohne Aktivierung betrieben werden.

Hintergrund

Der Hintergrund der Aktivierung, die auch für Privatpersonen verpflichtend ist, ist die hohe Anzahl an Raubkopien, die bei anderen Windows-Versionen sehr schnell in Umlauf geraten sind. Microsoft verlor völlig die Kontrolle, denn war ein Lizenz-Code einmal herausgegeben, konnte dieser ohne Kontrolle für eine Vielzahl von Systemen genutzt werden. Um dies zu verhindern und Masseninstallationen mit nur einem Code zu unterbinden, ist heute jeder Code bei Microsoft registriert und kann somit nur einmal verwendet werden.

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